offener brief durch die mauer
nur schon deinen namen zu schreiben bereitet mir emotionalen
schmerz. manchmal fühle ich mich diesem schmerz ausgeliefert.
eigentlich eine unwürdige situation, immer noch dieses verlassen sein,
diese einsamkeit, dieses verloren sein, das zurückgestossen sein, der betrug, diese isolation.
ich glaube gelernt zu haben mit diesen verletzungen einigermassen
sinnvoll umzugehen.
rein emotional ist es mir unmöglich diese mauer zu durchbrechen die
zwischen uns steht und zugleich unmöglich zu akzeptieren. dieses
nicht gehört werden, diese absolute isolation, das sich nicht wehren können
vesetzt mich immer noch in wut und depression zugleich, was
mich manchmal in die selbstzerstörung treibt.
diese selbstzerstörerische seite muss ich jeden tag bekämpfen um nicht
zu verzweifeln, um nicht unter zu gehen, nicht aufzugeben,
trotzdem dem leben zuzusprechen.
meine versuche vergebung zu üben scheitern an der unmöglichkeit
sich auseinanderzusetzen
wenn es liebe gibt und liebe das ist, für das ich sie
halte, was ich darunter verstehe, dann ist dies unzumutbar und
entwürdigend.
wenn es liebe gibt dann wird meine liebe nie enden, nie aufhören.
liebe hat nur einen sinn wen sie für die ewigkeit ausgelegt ist, für den
kosmos, fürs unendliche.
diese auslegung hat nicht nur für mich eine dimension sondern vor
allem für unsere kernfamilie. geborgenheit, konfliktschlachtfeld,
aufarbeitsdaheimsein, einander aushalten, füreinander da sein
familienhalt als liebesexperiment, als vertrauensewigkeit, als
verbindlichkeitstage.

